Wie man mit dem Kauf von Amazon Retouren lukrative Geschäftsmodelle aufbaut

Amazon ist eine der größten Online-Plattformen weltweit und verkauft jeden Tag Millionen von Produkten auf der ganzen Welt. Gleichzeitig sieht man sich mit einer Vielzahl an Retouren konfrontiert. Genau mit diesen Rücksendungen hat der Versandriese ein Geschäftsmodell aufgebaut, mit dem auch Sie einfach in das Reseller-Business einsteigen können.

Amazon FBA macht es möglich

Der Online-Boom macht auch vor dem Shoppingverhalten der Deutschen nicht Halt. Immer mehr Menschen nutzen die bequeme Möglichkeit, um Produkte, Kleidung und Co. online zu bestellen. Dies spart den Gang in den Laden, zum Teil auch noch Geld und ist 24 Stunden am Tag möglich.

Mit der steigenden Anzahl an Bestellungen steigt natürlich auch die Anzahl der Retouren. Dies macht sich vor allem bei Versandhandelsriesen wie Amazon bemerkbar. Das US-amerikanische Unternehmen hat einen Marktanteil von über 50 % in Deutschland und muss jährlich mit Rücksendungen im dreistelligen Millionenbereich kämpfen. Der Handel mit Retouren wurde von Amazon schnell als Geschäftsfeld entdeckt.

Bereits seit einigen Jahren können Sie Amazon Retouren kaufen und in weiterer Folge selbst damit handeln. Möglich macht den Handel Amazon FBA. Das Fulfillment by Amazon ist ein Service, bei dem das Unternehmen sich um die Logistik und Kundenbetreuung für kleinere Verkäufer kümmert.

Hier kann die Lagerung, Zustellung, Rücksendung und auch die Kundenbetreuung ausgelagert werden. Selbst regionale Verkäufer können somit international und kostengünstig versenden und profitieren natürlich von steigenden Verkaufs- und Sichtbarkeitszahlen. Da die Retouren dann natürlich auch über Amazon FBA gebündelt werden, kann das Unternehmen ein Geschäft daraus machen.

Produkte sind meist nicht defekt

Statistisch gesehen ist nur jede zweite Retoure von einem Defekt oder Schaden betroffen. Ansonsten sind die Gründe für eine Rücksendung unterschiedlich. Zu kleine oder große Kleidung, Fehlkäufe oder mangelhafte Verarbeitung regen Käufer dazu an, die Sendung wieder an den Verkäufer zu retournieren.

Dies bringt neben einem logistischen Aufwand auch einen finanziellen Schaden mit sich. Denn natürlich kann ein bereits ausgepacktes und gegebenenfalls getragenes oder verwendetes Produkt nicht mehr als Neuware vertrieben werden.

Dies liegt vor allem daran, dass die Originalverpackung in Mitleidenschaften gezogen wurde. Der Wiederverkauf an den privaten Endkunden ist für Amazon und weitere Online-Shops daher oft nicht mehr finanziell attraktiv. Denn das Risiko, die Ware erneut zurückzubekommen, steigt natürlich. Sogenannte B-Ware wird daher häufig an Reseller verkauft.

Reselling als Geschäftsmodell erklärt

Reselling ist ein Geschäftsmodell, bei dem gebrauchte Waren gekauft und zu einem höheren Preis weiterverkauft werden. Es bietet grundsätzlich sowohl für den verkaufenden als auch für den ankaufenden Händler Vorteile. Amazon beispielsweise kann die Waren palettenweise verkaufen und so Retouren gebündelt zu kalkulierten Preisen verkaufen.

Es besteht keine Gefahr der erneuten Rücksendung und B-Ware muss nicht vernichtet werden. Gleichzeitig können spezialisierte Händler die B-Ware in größeren Mengen und somit auch zu günstigeren Preisen ankaufen. Der Verkauf erfolgt dann aufgrund der Marktpositionierung speziell an Personen, die auf der Suche nach günstigen Schnäppchen sind und kleine Materialfehler oder beschädigte Verpackungen in Kauf nehmen.

Der Schlüssel zum Erfolg ist beim Reselling, dass Sie als Händler die Nachfrage nach bestimmten Produkten erkennen und diese dann günstig ein- und mit Gewinn verkauft. Dabei ist nicht jede Produktkategorie gleichermaßen gut für das Reselling geeignet. Kleidung beispielsweise wird weniger häufig als B-Ware gekauft als Elektroartikel. Auch besonders günstige Neuware lässt sich über das Reselling eher schwer verkaufen.

Natürlich ist das Reselling keine 100-prozentiges Erfolgsgarantie. Die Nachfrage nach bestimmten Waren kann schleichend oder schlagartig sinken. Dies hätte zur Folge, dass Sie die B-Ware nur schleppend verkaufen können und einen entsprechenden Lagerplatz benötigen. Im Worst Case werden Sie die angekauften Waren auch gar nicht los.

Mit geringem Startkapital erste Erfolge erzielen

Der E-Commerce-Sektor wächst nach wie vor rasant an. Dadurch steigen natürlich auch die Umsatzzahlen all jener, die im Sektor tätig sind. Mit dem Reselling können Sie jederzeit in den E-Commerce einsteigen, ohne dabei eine hohe Summe an Startkapital zu benötigen. Natürlich braucht es zum Einstieg bereits einen Businessplan.

Das Lagerbestandsmanagement sowie die Skalierung müssen auf festen Grundpfeilern stehen. Ebenso müssen Sie sich vorab mit den diversen Steuern auseinandersetzen, die beim Reselling anfallen werden. Denn ohne angemeldetes Gewerbe geht im ersten Schritt nichts.

Wenn Sie das Geschäftsfeld erst einmal kennenlernen möchten, können Sie auch als Kleinunternehmer tätig werden. Dies befreit Sie von der Umsatzsteuer und trägt dazu bei, die laufenden Geschäftskosten möglichst gering zu halten. Zudem müssen Sie sich für den Amazon Marketplace registrieren.

Dieser ist zwingend notwendig, um ohne eigene Geschäftsfläche als Händler auftreten zu können. Hierfür brauchen Sie:

  • eine Gewerbeanmeldung
  • eine Kreditkarte
  • eine UID-Nummer
  • ein Geschäftskonto

Wichtige Voraussetzungen unabhängig der Bürokratie

Neben einem Gewerbe und Co. müssen für das Reselling einige weitere Aspekte berücksichtigt werden. So benötigen Sie beispielsweise eine gute Kamera, um Produktbilder für den Wiederverkauf erstellen zu können. Dabei reicht ein neuwertiges Smartphone in der Regel aus. Eine Spiegelreflexkamera müssen Sie sich also nicht unbedingt anschaffen.

Zudem sollten Sie auch den anfallenden Lagerplatz nicht unterschätzen. Wenn Sie anfangs nur eine Palette an Retour- oder B-Ware ankaufen, lässt sich diese oft noch im Keller zwischenlagern. Schwieriger wird es, wenn mehrere Paletten angekauft werden und der Verkauf einmal stocken sollte.

Deshalb sollten Sie sich eventuell nach Lagerräumen zum Mieten umsehen. Zwingend notwendig ist übrigens auch ein Drucker. Hierbei sollten Sie auf einen speziellen Etikettendrucker zurückgreifen. Dieser lässt Sie professionelle Versandetiketten drucken. Schaffen Sie ein professionelles Gesamtbild, steigt die Chance, sich eine Stammkundschaft aufbauen zu können.

Das Verkaufspotenzial feststellen und Preise kalkulieren

Um das Verkaufspotenzial zu ermitteln, haben Sie verschiedene Methoden zur Auswahl. Wenn Sie bereits im Reselling tätig sind, kann auf Daten aus vergangenen Verkäufen zurückgegriffen werden. Eine fundierte Analyse dieser kann wertvolle Einblicke in Trends und Muster liefern, um eine Vorhersage für zukünftige Verkäufe treffen zu können.

Natürlich können Sie auch allgemein den Markt und die Konkurrenz beobachten und daraus eine eigene Positionierung ableiten. Auch für die Preiskalkulation benötigen Sie nicht unbedingt Erfahrung. Hierfür können Sie die Retouren ganz einfach selbst bei Amazon suchen und den mittleren Verkaufspreis eruieren.

online retouren

Alternativ können Sie beispielsweise auch bei eBay gezielt nach gebrauchten Produkten dieser Art suchen und so bereits einen Ausgangspreis festlegen. Um die Marge zu berechnen, müssen Sie einen Blick in die Zukunft wagen.

  • 19 % Umsatzsteuer

Wenn Sie nicht als Kleinunternehmer agieren, müssen Sie 19 % des Verkaufspreises als Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Achten Sie bei der Kalkulation darauf, dass es hier nicht zur Verwechslung von Brutto- und Nettopreisen kommt. Wenn Sie Ihre Produkte um 100 Euro verkaufen, wird die Umsatzsteuer aus diesem Preis herausgerechnet und nicht mehr aufgeschlagen.

  • Kosten für Verpackungsmaterial und Versand

Als Reseller sind Sie in der Regel selbst dafür zuständig, Produkte zu verpacken und an Endkunden zu senden. Auch eventuelle Lagerkosten müssen berücksichtigt werden. Je nach Artikelgröße können Verpackung und Versand pro Sendung gut und gerne 10 Euro oder mehr ausmachen.

Der Handel mit Retouren: Noch heute einsteigen?

Grundsätzlich ist der Handel mit Retouren über Amazon ein lukratives Geschäft. Doch trotz der günstigen Voraussetzungen sollten Sie das Vorhaben in Ruhe überdenken.

  • Haben Sie räumliche und zeitliche Kapazitäten, um sich mit dem Reselling auseinanderzusetzen?
  • Kennen Sie die wichtigsten gesetzlichen und steuerlichen Voraussetzungen und erfüllen Sie diese?
  • Sind Sie besonders internetaffin und bereit, sich ein zusätzliches Standbein neben dem Job aufzubauen?

Wenn alle diese Fragen mit „Ja“ beantwortet werden können, ist dem Einstieg ins Reselling grundsätzlich nichts mehr entgegenzusetzen.

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