Der Kauf auf Rechnung steht bei der Bezahlung im Internet immer noch ganz oben auf der Wunschliste der Kunden. E-Wallets, die elektronischen Geldbörsen, werden jedoch immer beliebter und laufen der Rechnung schon bald den Rang ab. Deshalb wird es Zeit, sich mit den Online-Bezahlanbietern genauer auseinanderzusetzen.
Erfahrungen.com bietet Ihnen den ultimativen Marktüberblick. Die folgenden Bezahldienste nehmen wir genauer unter die Lupe:
- Kreditkarte
- PayPal
- giropay
- Sofortüberweisung
- Amazon Payments
- ClickandBuy
Das Funktionsprinzip der Online-Bezahlverfahren
Der Ablauf der Online-Bezahlverfahren kann je nach Verfahren sehr stark variieren:
- Kreditkarte: Bei der Kreditkartenzahlung geben Sie zunächst beim Onlinehändler lediglich Ihre Kreditkartennummer, das Ablaufdatum sowie den Namen des Karteninhabers ein. Je nach gewähltem Sicherheitsstandard müssen Sie zusätzlich die Prüfziffer eingeben, die auf der Rückseite der Karte abgedruckt ist, oder eine Art von SMS-TAN anfordern. Je nach Kreditkartenart wird der Betrag dann entweder sofort vom Girokonto abgebucht oder am Monatsende gesammelt abgerechnet.
- PayPal: Bei PayPal registrieren Sie sich einmalig. Zur Authentifizierung Ihrer Kontoverbindung überweist PayPal Ihnen kleine Centbeträge, die Sie wiederum auf der Website eingeben müssen. Danach können Sie mehrere Kontoverbindungen und Kreditkarten in Ihrem Konto registrieren. Bei der Bezahlung via PayPal geben Sie dem Händler Ihre PayPal-Mailadresse an. Sie werden dann auf die verschlüsselte Website von PayPal weitergeleitet, wo Sie sich mit Ihrem Passwort authentifizieren und die Zahlung ausführen. Danach werden Sie zurück zum Onlineshop weitergeleitet.
- giropay: Bei der Zahlung via giropay geben Sie zunächst Ihre Bankleitzahl ein. Dadurch werden Sie auf die die gesicherte Login-Seite Ihrer Bank weitergeleitet, wo Sie sich mit Ihren Zugangsdaten des Onlinebankings einloggen können. Wählen Sie das für die Zahlung zu verwendende Konto. Sie können nun wie gewohnt Ihre Überweisung an den Händler durchführen und mit einer TAN abschließen. Der Onlineshop erhält eine Zahlungsbestätigung und kann sofort mit der Verarbeitung der Bestellung beginnen.
- Sofortüberweisung: Nach Ihrer Entscheidung für diese Bezahlmethode werden Sie zur Seite von Sofortüberweisung weitergeleitet. Ihnen wird eine mit den Bankdaten des Händlers bereits vorausgefüllte Buchungsmaske angezeigt, auf der Sie alle Daten prüfen können. Sie authentifizieren sich nun mit Ihren Logindaten des Onlinebankings und bestätigen die Zahlung anschließend mit einer TAN. Anschließend werden Sie zurück zum Händler geleitet.
- Amazon Payments: Sobald Sie Amazon Payments als Bezahldienst ausgewählt haben, werden Sie zur Seite von Amazon Payments weitergeleitet haben. Hier loggen Sie sich mit Ihrem Amazon-Kundenaccount ein, wählen das zu nutzende Zahlungsmittel und lösen die Zahlung aus. Danach schließen Sie Ihre Bestellung im Onlineshop ab.
- ClickandBuy: Bei ClickandBuy müssen Sie sich zunächst kostenfrei registrieren. Wenn Sie später im Onlineshop die Zahlungsmethode verwenden, werden Sie zur Website von ClickandBuy weitergeleitet und geben dort Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort an, um entweder per Lastschriftverfahren, per Kreditkarte oder per Prepaid-Guthaben zu zahlen.
Gebühren für die Online-Bezahlung
Im Inland ist die Bezahlung über die meisten Online-Bezahldienste für den Verbraucher kostenlos. Im Regelfall übernimmt der Onlinehändler die anfallenden Gebühren. Keiner unserer genauer unter die Lupe genommenen Zahlungsanbieter bringt für den Käufer Kosten mit sich.
Tipp: Beachten Sie, dass manche Onlinehändler Ihnen zumindest einen Teil der für sie anfallenden Gebühren auferlegt. Dies wird dann auf der Seite im Bestellprozess deutlich, auf der sie das Bezahlverfahren wählen. Entweder wird ein Aufpreis fällig oder die Versandkosten erhöhen sich durch Ihre Entscheidung für ein E-Wallet.
Sicherheit der Zahlung im Internet
Die Sicherheit der Zahlung im Netz ist ein wichtiges Auswahlkriterium für Online-Bezahldienstleister. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Bezahlmethoden sind dabei mitunter sehr groß:
| Kreditkarte | Die Kreditkartenzahlung gilt als unsicher, da die Kreditkartendaten während der Übertragung durch Phishing ebenso wie später beim Händler durch Hacker gestohlen werden können. Um die Zahlung etwas sicherer zu machen, gibt es mittlerweile zusätzliche Sicherheitsmechanismen wie Prüfziffern und SMS-Tans (z. B. MasterCard SecureCode, Verified by Visa). Für letztere muss sich der Nutzer allerdings von sich aus registrieren, was viele aus Unwissenheit nicht tun. |
| PayPal | PayPal gilt als sichere Bezahlvariante, da dem Händler lediglich die PayPal-Mailadresse übermittelt wird. Alle weiteren Daten, z. B. das Passwort oder Kontodaten, werden über eine mehrfach verschlüsselte Verbindung zu PayPal übermittelt. PayPal besitzt die Zertifizierung des TÜV-Saarland als sicheres Online-Zahlungsmittel. PayPal-Accounts werden allerdings häufig Opfer von Phishing-Attacken durch gefälschte E-Mails von Betrügern. |
| giropay | Bei der Zahlung via giropay wird eine 128 Bit SSL-Verschlüsselung eingesetzt. Ein von den teilnehmenden Banken ausgestelltes Sicherheitszertifikat stellt sicher, dass sich in die Kommunikation kein unberechtigter Dritter „einklinkt“ und Bankdaten abgreift. giropay hat dieselbe Sicherheitsstufe wie normales Onlinebanking, da Sie auch hier mit dem bewährten PIN-/TAN-System zahlen. |
| Sofortüberweisung | Wie bei giropay bezahlen die Käufer bei Sofortüberweisung.de über ihr eigenes Konto, ebenfalls mit PIN und TAN. Allerdings müssen sie dazu ihre Bankdaten preisgeben. Sofortüberweisung ist ebenfalls vom TÜV Saarland zertifiziert („Geprüftes Zahlungssystem“). |
| Amazon Payments | Die Kreditkartenzahlung über Amazon Payments ist umstritten, da der Anbieter weder die Prüfziffer noch das 3D-Secure-Verfahren abfragt. Schaffen es Hacker, die Zugangsdaten zu Amazon herauszufinden, ist es ein Leichtes, über die hinterlegten Konten und Kreditkarten einzukaufen. Eine zusätzliche Prüfung durch ein Offline-Verfahren wie TANs erfolgt nicht. |
| ClickandBuy | Über ClickandBuy können die Nutzer einfach per Eingabe von Benutzername und Passwort mit verschiedenen Bezahlmethoden bezahlen. Das Verfahren ist ähnlich sicher wie PayPal. Allerdings ist auch hier mit Phishing-Attacken zu rechnen. Es wird deshalb empfohlen, das ClickandBuy-Passwort nicht abzuspeichern. |
Die Vorteile und Nachteile der einzelnen Bezahlmethoden
Die Bezahlmethoden bringen verschiedene Vor- und Nachteile mit sich:
| Vorteile | Nachteile | |
| Kreditkarte |
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| PayPal |
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| giropay |
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| Sofortüberweisung |
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| Amazon Payments |
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| ClickandBuy |
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Weitere Zahlungsanbieter am Markt
Zusätzlich gibt es am Markt eine Vielzahl von Zahlungsanbietern, die nur wenig verbreitet sind oder nur für spezielle Bereiche eingesetzt werden:
- Skrill: Skrill ist auch unter dem Namen moneybookers bekannt. Das Funktionsprinzip ähnelt PayPal, doch ist der Dienst nicht annähernd so verbreitet.
- Neteller: Der Anbieter ist auf der ganzen Welt verbreitet und in über 160 Ländern aktiv, in Deutschland aber nur wenig genutzt. Das Unternehmen ist hierzulande vor allem für seine virtuellen Prepaid-Kreditkarten bekannt.
- Bitcoin: Bitcoin ist eine virtuelle Währung. Die Nutzer erwerben sie und können sie dann online nutzen, um damit zu bezahlen. Das System ist umstritten, hat aber dennoch viele Anhänger. Immer mehr Händler bieten das System als Zahlungsvariante an.
- paysafecard: User können an Tankstellen und Kiosken Prepaid-Karten kaufen, die ein bestimmtes Guthaben aufweisen, ähnlich wie Aufladekarten für Handys. Im Internet aktivieren Sie einen Code, der auf der Karte abgedruckt ist, und können so den Betrag für die Zahlung verwenden.
- Ukash: Ukash ist ein ähnliches System wie die paysafecard. Auch hier kauft man eine Karte und aktiviert anschließend die 19-stellige abgedruckte PIN.
- mywirecard: Auch bei mywirecard erhalten die Kunden zu ihrem Konto bei der Wirecard-Bank eine virtuelle Prepaid Kreditkarte. Zudem können sie ihr Konto als E-Wallet verwenden.
Die neue Ära der Rechnungszahlung: Klarna, BillSAFE & Co.
Viele Händler trauen sich angesichts steigender Zahlungsausfälle nicht mehr, die normale Rechnungszahlung anzubieten. Sie weichen daher zunehmend auf Anbieter wie Klarna, BillSAFE oder BillPay aus. Der Händler verkauft dabei seine Forderung an den Zahlungsdienstleister und erhält sofort einen Großteil des Kaufbetrags. Der Kunde leistet seine Zahlung nach Erhalt der Ware an den Zahlungsdienstleister. Falls der Zahlungseingang nicht wie geplant kommt, verfolgen die Anbieter ein engmaschiges Mahnwesen mit hohen Mahngebühren, durch das die Zahlungsausfälle auf ein Minimum gesenkt werden sollen.
Möchten Sie mit Klarna & Co. bezahlen, sollten Sie sich zum einen dessen bewusst sein, dass eine pünktliche Zahlung besonders wichtig ist. Zum anderen sollten Sie bei der Auswahl genau hinschauen, denn viele Onlineshops fordern für diese Zahlungsvariante einen Aufpreis, da er für sie mit hohen Gebühren verbunden ist.
Ausblick auf die Zukunft
Erst vor drei Monaten hat Apple sein neues Payment-Verfahren „Apple Pay“ vorgestellt. Die Zahlungsmethode soll sowohl im mobilen NFC-Zahlungsverkehr mit dem Handy im Geschäft als auch für In-App-Käufe und Onlineshops verwendbar sein. Zurzeit ist Apple Pay für den deutschen Markt nur bedingt eine Option. Nicht nur, dass das System bisher nur auf iPhone 6 läuft (älteren Modellen fehlt ein spezieller Sicherheitschip), es unterstützt zudem an für Deutschland relevanten Zahlungsmethoden lediglich die Kreditkarten MasterCard, Visa und American Express. Experten gehen bisher davon aus, dass es Apple in Deutschland aufgrund der Vielzahl an Reglementierungen wohl eher schwer hätte, sich durchzusetzen.
Auch auf Google Wallet setzen viele ihre große Hoffnung. Dies wohl aber bisher eher zu unrecht. Googles Bezahlsystem dient vorerst vor allem dem Einkauf im Google Play Store. Insbesondere weil sich der Anbieter nicht dazu durchringen kann, neben Kreditkarte und Bankeinzug weitere Bezahlmethoden anzubieten, scheitert er zumindest in Deutschland hinsichtlich der Verbreitung.

