Neuigkeiten aus der Welt der Drohnen: DJI stellt sein neustes Modell, der DJI Mavic Pro, vor. Gleichzeitig gesellt sich mit GoPro ein weiterer Mitbwerber erstmals auf das Feld. Abseits der technischen Daten versuchen beide Hersteller in Sachen Mobilität zu überzeugen. Glückt der Sprung von der Actioncam zum Multicopter oder kann sich DJI mit seiner Erfahrung von dem neuen Nebenbuhler absetzen?
Faltbares Chassis reduziert den Platzbedarf
Die Idee hinter den einklappbaren Trägern ist simpel. Unter alltäglichen Bedingungen waren hochwertige Multicopter nicht gerade als handliches Gepäck bekannt. Dieser kleine Makel soll mit dem DJI Mavic Pro und der GoPro Karma endlich weichen. Ähnlich wie bei Smartphones soll von nun die Überlegung, ob eine Mitnahme aus Platzgründen in Frage käme, sich von selbst beantworten. Während DJI ein fertiges All-in-One- Komplettpaket anbietet, trägt GoPro eine separate Kamera mit Hilfe einer vorstehenden Halterung. Dieser Umstand wirkt sich auch auf die Faltmaße aus. Der DJI Mavic Pro punktet hier mit beeindruckenden 8,3 x 8,3 x 19,8 cm und passt damit fast auf eine ausgestreckte Handfläche. Mit 743 Gramm fällt auch sein Gewicht recht leicht aus. Das GoPro-Modell kommt immerhin noch auf 36,5 x 22,4 x 8,9 cm (ausgezogen 30,3 x 41,1 x 11,7 cm) und bringt gut ein Kilogramm auf die Waage. Beide Produkte stellen dem Anwender also ein begrüßenswertes Plus an Mobilität in Aussicht. Diesen Wettstreit entscheidet jedoch DJI klar für sich. Dessen eingeklappter Rumpf passt ungefähr zwei bis dreimal in den Rucksack des größeren GoPro Karma.
Kleine Zwerge mit großer Ausstattung
Typischerweise gehen kompakte Maße und technische Ausstattung nicht ohne Kompromisse vonstatten. DJI verbaut eine intelligente Flugeinheit. Neben der üblichen Ermittlung der Position durch GPS, stehen noch weitere Sensoren und ein Entfernungsmesser auf Ultraschallbasis dem Mavic Pro zur Seite. Während beide Multicopter den Rückflug zum Startpunkt tadellos beherrschen, vermeidet der DJI Mavic Pro Kollisionen mit bis zu 15 m entfernten Hindernissen. Per Tracking kann die Drohne sogar Objekte erkennen, gezielt verfolgen und den Abstand zum Boden konstant halten. Laut DJI darf deren Drohne per App oder dem dafür ausgelegten Controller durch die Lüfte geleitet werden. Durch ein passendes Smartphone dürfen Piloten auf Live-Wiedergabe in 1080p zurückgreifen. Der klappbare Karma-Kontroller zeigt sich dagegen mit eigenem Echtzeit-Bildschirm autarker, erlaubt aber auch auf kurze Distanz Ausflüge per Smartphone-App.
Luftige Impressionen in UHD
Freunde hochauflösender Luftaufnahmen dürften angesichts der UHD-Kameras bei beiden Herstellern sichtlich zufrieden sein. GoPro setzt dabei auf Kompatibiltität mit der Hero 5 Black, Hero 5 Session und Hero 4 Black. Deren Gebrauch ist zudem nicht auf die Drohne beschränkt und kann auch anderweitig für spannende Aufnahmen zum Einsatz kommen. Sprachansteuerung und ein wasserdichtes Gehäuse (Hero 5 Black) sind gewiss interessante Eigenschaften. DJI bietet ebenfalls Aufnahmen in UHD und 30 Bildern pro Sekunde an. Zusätzlich gibt es noch einen Cinema-4K-Modus in 24p und Slow-Motion in Full HD mit 120 fps. Beide Systeme (Karma mit Hero 5 Black) sind in der Lage auch einzelne Fotos in 12 Megapixel abzulichten. Unterstützung für das RAW-Format ermöglichen zusätzliche Nachbearbeitung am PC. Hinsichtlich der Bildqualität nach Datenblatt liegen beide Anbieter damit ungefähr gleichauf.
Laufzeit und Tempo
Beide Modelle entpuppen sich als pfeilschnelle Flugobjekte. Mavic Pro kann bis zu 64 Kilometern pro Stunde erreichen. Das GoPro Karma beschleunigt immerhin auf nicht weniger beachtliche 54 km/h. Die Stabilisierung kommt zudem mit Windböen im Bereich bis zu 40 km/h zurecht. Mit 20 Minuten Akkulaufzeit kommt das GoPro Karma auf eine recht durchschnittliche Aktivitätsspanne. Hersteller DJI kitzelt mit 27 Minuten etwas mehr an Laufzeit aus seinem Modell heraus. Somit liegt die Akkuleistung auf einem durchschnittlich bis gutem Niveau, während sich bei der maximalen Geschwindigkeit markante Werte einstellen.
Angebote und Zubehör
GoPro bietet zwei Varianten an: Für 869,99 Euro wandert das Grundmodell noch ohne Kamera über die Ladentheke. Wer also bereits eine passende Kamera sein Eigen nennt, kann hier etwas Geld einsparen. Für 1199 Euro bietet der Hersteller das komplette Paket mitsamt GoPro Hero 5 Black an. Mit als Zubehör enthalten sind außerdem Gimbal, Rucksack, Karma Grip und der Controller. DJI setzt dem zwei Pakete entgegen: In der günstigeren Zusammenstellung (899 Euro) fehlt die Fernbedienung, was die direkte Kontrolle per Touch auf Mobilgeräten erforderlich macht. Für Aufpreis auf 1199 Euro ist derzeit alles inklusive. Für 1499 Euro im Mavic Pro Fly More Combo-Set liegen noch zwei zusätzliche Akkus, eine Tasche, Ladestation und weitere Propeller bei.
Fazit
Eine finale Bewertung lässt sich erst nach vollzogenem Praxis-Test vollziehen. Anhand der technischen Daten und der Präsentation deutet sich an, das spannende Flüge mit den beiden Exemplaren bevorstehen. Hinsichtlich der Transporteigenschaften und Gesamtausstattung zieht der DJI Mavic Pro an der GoPro Kamera offenbar vorbei. Dafür bietet GoPro ein System, dass die Nutzung der Kamera abseits von luftigen Ausflügen weitab vom festen Erdreich zulässt. Preislich liegen beide Angebote auf Augenhöhe.

