Die Wirbelsäule ist die Achse des menschlichen Körpers. Sie verbindet Kopf, Rumpf, Arme und Beine und ermöglicht gleichzeitig das Drehen des Körpers in alle Richtungen. 33 Wirbel, 23 Bandscheiben und zahlreiche Bänder gewährleisten diese Beweglichkeit. Von der Seite aus betrachtet, ähnelt die gesunde Wirbelsäule einem doppelt geschwungenen „S“. Im Bereich des Halses und der Lendenwirbel ist sie dabei jeweils nach vorne gekrümmt, in der Brust und am Steißbein ist sie wiederum nach hinten gekrümmt. Diese Krümmungen sind die Voraussetzungen dafür, dass der Mensch aufrecht stehen kann.
Eine wichtige Rolle für einen gesunden Rücken spielt auch die Muskulatur in Rücken und Bauch. Bei Kindern ist die Muskulatur jedoch noch nicht vollständig entwickelt. Bei falscher Belastung kann sich der Rücken deshalb leicht verformen. Rückenprobleme und -schmerzen können die Folgen sein.
Diese Rückenprobleme können auftreten
Viele Kinder leiden heutzutage unter Rückenproblemen. Fast jedes zweite Kind zwischen sieben und 14 hat eine schlechte Körperhaltung und unter den elf- bis 17-jährigen klagt jeder fünfte regelmäßig über Rückenschmerzen. Diese werden häufig durch Haltungsschäden verursacht, die wiederum auf Bewegungsmangel und Fehlbelastung zurückzuführen sind. Die häufigsten Haltungsschäden sind:
- Hohlkreuz, also das übermäßige Krümmen der Wirbelsäule nach vorne
- Rundrücken, also eine übermäßige Krümmung der Wirbelsäule nach hinten
- Skoliose, also eine seitliche Krümmung der Wirbelsäule
Ob bei ihrem Kind ein Haltungsschaden vorliegt, können Eltern mit einem Test herausfinden. Dazu stellt sich das Kind gerade hin und streckt die Arme gerade nach vorne. Ist dies möglich, ohne dass das Kind ein Hohlkreuz macht oder die Arme hebt oder senkt, ist die Haltung üblicherweise in Ordnung. Dennoch sollten Eltern den Rücken ihres Kindes stets im Auge behalten und einige Dinge beachten.
Die richtige Schultasche für einen gesunden Rücken
Durch zu schwere oder falsche Belastung kann der Rücken eines Kindes nachhaltig geschädigt werden. Die Schultasche sollte deshalb ohne Inhalt nicht mehr als 1,5 Kilogramm wiegen. Besonders am Rücken sollte der Schulranzen eng am Körper anliegen. Das garantiert ein ergonomisches Rückenpolster, das sich optimal an den Rücken anpasst und so für die richtige Haltung sorgt. Auch die Schultergurte sollten gepolstert, mindestens vier Zentimeter breit und auf verschiedene Größen verstellbar sein. Die Büchertasche sollte mit den Schultern des Kindes abschließen und nicht breiter als die Schultern sein. Ein zusätzlicher Brustgurt hilft, das Gewicht des Ranzens besser zu verteilen. Eltern sollten beim Kauf einer Schultasche darauf achten, dass diese der DIN-Norm 58124 entspricht. Diese regelt nämlich nicht nur die Verkehrssicherheit eines Schulranzens, sondern auch die Anforderung an einen rückenfreundlichen Tornister. Entsprechende Modelle, die auch der DIN-Norm entsprechen, finden Sie beispielsweise hier.
Lange Zeit galt es als rückenschädigend, wenn die gepackte Schultasche schwerer als 15 Prozent des Körpergewichts des Kindes war. Heute ist man sich hingegen sicher, dass das keine Auswirkungen auf den Rücken hat. Zu schwer sollte die Büchertasche dennoch nicht sein. An jedem Abend sollte deshalb die Tasche gemeinsam mit dem Kind gepackt werden. Was am nächsten Tag nicht gebraucht wird, bleibt zu Hause. Schwere Bücher sollten direkt am Rücken getragen werden. Je weiter vom Rücken entfernt sich die Gegenstände im Ranzen befinden, desto leichter sollten sie sein. Wichtiger als das Gewicht ist das richtige Tragen der Büchertasche. Die Schulterriemen sollten so fest gezogen werden, dass der Ranzen am Rücken anliegt. Ist dies nicht der Fall, zieht er die Schultern des Kindes nach unten. Dadurch kann ein Hohlkreuz entstehen. Der Schulranzen sollte außerdem niemals nur auf einer Schulter getragen werden, da sonst die Gefahr auf eine Skoliose besteht.
So können Eltern den Rücken ihres Kindes gezielt stärken
In der Schule müssen die Kinder täglich viel sitzen. Deswegen ist es wichtig, dass sie in ihrer Freizeit genügend Bewegung bekommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie Fußball spielen, wandern gehen oder auf dem Spielplatz toben, Bewegung ist für den Rücken sehr wichtig. Bereits tägliche Spaziergänge zur Freundin/zum Freund oder in die Schule können helfen, den Rücken zu stärken. Vor allem beim Schwimmen wird der Rücken optimal trainiert. Zusätzlich können Eltern mit ihren Kindern zu Hause Übungen machen, die den Rücken stabilisieren. Mit einem Gymnastikball beispielsweise kann das Kind viele Übungen absolvieren, die Spaß machen und in zehn Minuten erledigt sind. Wichtig ist auch, dass neben der Rücken- auch die Bauchmuskulatur gestärkt wird. Diese ist nämlich ebenso wichtig, um Haltungsschäden vorzubeugen. Für eine richtige Haltung sind auch die Füße wichtig. Um den richtigen Stand zu entwickeln ist es sinnvoll, Kinder im Sommer viel barfuß laufen zu lassen. Besonders im Alter von sechs bis zwölf Jahren sollten Eltern die Körperhaltung ihres Sprösslings regelmäßig von einem Arzt überprüfen lassen. In diesem Zeitraum sollte sich die Wirbelsäule bereits vollständig aufgerichtet haben. Bleiben Fehlstellungen der Wirbelsäule zu lange unbemerkt, kann dies schnell zu chronischen Rückenschmerzen führen, welche sich meist nur schwerlich beheben lassen.
Wenn schon sitzen, dann richtig
Dass Kinder in der Schule und zu Hause beim Erledigen der Hausaufgaben viel sitzen müssen, lässt sich nicht vermeiden. Wenn sie aber schon viel sitzen müssen, sollte man darauf achten, dass sie richtig sitzen. Das bedeutet:
- Tisch und Stuhl sollten in der Höhe verstellbar sein
- Kippbarer Sitz und verstellbare Rückenlehne sollten vorhanden sein, um ein flexibles Sitzen zu ermöglichen
- Hüfte und Knie sollten beim Sitzen einen 90 Grad Winkel bilden, die Füße sollten bequem auf dem Boden stehen können
- Zu Hause sollte man den Stuhl auch mal durch einen Gymnastikball ersetzen
Eltern sollten stets darauf achten, dass die Kinder die Sitzposition auch mal ändern. Mal sollte der Rücken gerade gestreckt werden, dann kann sich das Kind mal auf den Stuhl knien. Denn nur eines ist besser als richtig zu sitzen: gar nicht sitzen!
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