Der Markt für Smartphones ist in den letzten Jahren förmlich explodiert. Laut einer aktuellen Übersicht von de.statista.com besaßen zu Beginn des Jahres 2009 etwa 6,3 Millionen Bundesbürger ein Smartphone. Bis zum Februar des laufenden Jahres 2014 schnellte diese Zahl auf über 40 Millionen. Doch umso mehr Deutsche ein Smartphone besitzen, desto häufiger treten Schäden oder Fehler auf. Diese sind sehr vielfältig. Sie stellen jedoch nicht nur die Bundesbürger, sondern alle im Jahr 2014 geschätzt 1,64 Milliarden Smartphone-Nutzer weltweit, deren Zahl bis zum Jahr 2018 auf über 2,5 Milliarden Menschen gewachsen sein wird, vor dieselben Fragestellungen: Soll man ein defektes Handy mit Internetzugang durch ein neues ersetzen, es einem professionellen Reparaturservice anvertrauen oder es selbst reparieren?
Neukauf
Wer genügend Geld hat und einen gravierenden Schaden an seinem Smartphone zu verzeichnen hat, für den ist es legitim, sich über ein neues Gerät Gedanken zu machen. Wird ein Gerät beispielsweise auf dem Bau von einem Gesteinsbrocken zermalmt oder fällt auf die Straße und wird von einem darüberfahrenden Auto zerquetscht, ist die Sachlage klar. Schon vom äußeren Anblick ist bei den dünnen, filigranen Devices meist offensichtlich, ob man sie jemals wieder einsetzen kann oder ob dies aufgrund der Schwere der Schäden unmöglich ist.
Insgesamt sollte man jedoch immer im Hinterkopf behalten, dass für jedes neue Gerät mehr – teils fossile – Energien verwendet werden und viele technische Arbeiter, insbesondere in asiatischen Herstellerländern unter unwürdigen Bedingungen ohne Arbeitsschutz und für Hungerlöhne dafür arbeiten. Daher sollte man der vielgeschmähten Wegwerfgesellschaft trotzen und einen Neukauf stets überdenken.
Gefahrenpotenzial im Alltag
Dabei sind bei den modernen Handys viele verschiedene Schäden denkbar. Am häufigsten, egal wo auf der Erde ein Smartphone sich auch befinden mag, fällt dieses aus den verschiedensten Gründen herunter. Die Geräte sind heutzutage sehr leistungsfähig, man kann mit ihnen nicht nur telefonieren und SMS versenden, wie es mit herkömmlichen Handys bereits möglich war.
- Das Abspielen von Musik oder Videos,
- der verhältnismäßig große Speicher,
- die bei den meisten Modellen recht gute Kamera und
- insbesondere die schier unendlichen Möglichkeiten, sein Device mit vielfach kostenlos herunterladbaren Apps auf die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zurechtzuschneiden,
führen dazu, dass die stolzen Besitzer ihr Smartphone im privaten Alltag sowie im Berufsleben stets mit sich führen. Dazu kommt noch, dass gewisse Produkte wie die iPhones von Apple und ihrem charismatischen, mittlerweile verstorbenen Hauptentwickler Steve Jobs bei den Usern Kult sind, sodass man die Fans kaum davon trennen kann.
Displayschäden, Selbstreparatur
Das Handy kann durch das Anrempeln von anderen beim Laufen, bei einer feuchtfröhlichen Feier im Dusel oder mit glitschigen Fingern durch eigene Schuld herunterfallen. Insbesondere wenn es dabei auf der Seite auftrifft, können große Schäden entstehen. Dadurch können verschiedene Teile beschädigt werden.
Zumeist sind Kratzer am Display des Smartphones oder iPhones die Folge. Bei gravierenden Fällen kann dieses jedoch auch vollständig geborsten oder zerbrochen sein. Außerdem kann der Bildschirm flackern oder Streifen anzeigen. Trotz der Entwicklung spezieller Schutzscreens wie beispielsweise durch die Firma Apple, wie beim jetzigen iPhone der sechsten Generation (Apple), der Verwendung von Gorilla Glass I und II und den vorherigen, aber verworfenen Überlegungen zur Ausstattung des Apfelgerätes mit Saphirglas, wird das Problem bestehen bleiben.
Mittlerweile gibt es viele brauchbare Anleitungen, um populäre Modelle – beispielsweise iPhones von Apple oder solche aus der Galaxy-Reihe von Samsung – selbst zu reparieren. Ein bekanntes Beispiel ist der Beitrag aus der Sendung „Welt der Wunder“, welcher mittlerweile frei auf YouTube verfügbar ist.
Für eine selbstständige Reparatur sollte man allerdings geeignete Reparaturwerkzeuge verwenden, die man beispielsweise im Internet als Inhalt von Kits in einschlägigen Onlineshops erhält. Der fünfeckige Spezialschrauber Pentalob, ein Spudger und ein feiner Schraubenzieher sind dabei ebenso hilfreich wie ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl. Ein Spudger ist ein schmales, spitzes Werkzeug, mit dem man feine Drähte in der Elektrotechnik modifiziert oder biegt. Neben diesen genannten Hilfsmitteln können auch ein Metallspatel, eine Pinzette, ein kleiner Saugnapf und das vom Gitarrespielen bekannte Plektrum hilfreich sein.
Beispielreparatur: Displaywechsel am iPhone 5S
Das Apple-Smartphone ist recht populär und ähnelt im Inneren seinen Nachfolgern. Es soll als Beispiel dafür dienen, dass jeder mit einem gewissen technischen Verständnis eine typische Reparatur selbst durchführen kann: den Wechsel eines beschädigten Displays.
Zunächst benötigt man eine trockene, saubere, übersichtliche und ebene Arbeitsfläche. Um die Vielzahl von kleinen Schrauben und anderen Elementen in der Ordnung zu bewahren, wie man sie entfernt hat, kann man sich auch kleine Kästchen danebenstellen. Wie bei jedem akuten Schaden und jedem Smartphone-Modell ist es zunächst wichtig, das iPhone 5S auszuschalten.
Als erstes müssen die zwei Schrauben an der schmalen Seite (links, rechts) entfernt werden. Dann kann man mit den Fingern oder mittels des Saugnapfes den Bildschirm hochliften. Ebenfalls mit den Fingernägeln oder mit dem Plektrum kann man das Bilderfenster aus dem Inneren heben. Dann wird die silberne Abdeckung oberhalb des Steckers abgelöst. Hier können die Pinzette und davor der Spudger zweckdienlich sein.
Der Screen kann nach oben geklappt werden. In der Folge muss der Reparierende alle Konnektoren entfernen. Dann kann der Bildschirm vollständig weggehoben werden. Die daran sitzende Hörmuschel ist auch zu lösen. Ist dies geschehen, kann man das ganze Display abheben. Die festsitzenden Klammern zu beiden Seiten des Screens kann man mit dem Metallspatel bearbeiten, um letztendlich die Hörmuschel abzuheben. Dann ist die Frontkamera an der Reihe, bei der man den verklebten Kabelsatz beachten sollte. Sechs Schrauben am Rand sind zusätzlich noch zu lösen. Die Schraube mit dem Metallkontakt und danach den Homebutton muss man ebenfalls entfernen. Nach dem Auseinanderschrauben kann man das neue Display einsetzen und alles zurückschrauben.
Professionelle Reparatur
Für eine Reparatur, die von IT-Dienstleistern angeboten wird, muss man zunächst etwas Geld bezahlen. Allerdings sollte man bedenken, dass auch das Display oder ein anderes, selbst eingesetztes Teil zunächst bestellt werden muss. Hinzu kommen auch Aufwendungen für Werkzeug. Außerdem kann man bei professionellen Reparaturservices wie phoneklinik.com sicher sein, dass das Gerät im Nachhinein auch wirklich funktioniert.
Teils kann so auch der Garantieanspruch aufrechterhalten werden. Dies ist bei einem eigenen Eingriff in das Smartphone im Normalfall nicht möglich. Gravierende Probleme können darüber hinaus entstehen, wenn man selbst gefälschte Teile verwendet oder Fehler beim Einbau verursacht. Dies kann zu Fehlfunktionen und im schlimmsten Falle zur Zerstörung des Smartphones führen. Allerdings muss man beachten, dass mit dem Einschicken des Gerätes, der Reparatur sowie der Rückversendung einige Zeit vergeht, in der man sein Device nicht nutzen kann. Es kommt also darauf an, wie dringend man das Smartphone wieder braucht. Viele stationäre Reparaturunternehmen bieten auch Express-Services an. Diese schlagen allerdings mit höheren Gebühren zu Buche und sind auch nicht überall zu finden.
Weitere Defekte
Neben Schäden am Display nutzen sich die Akkus regelmäßig ab. Schon nach eineinhalb oder zwei Jahren kann dies der Fall sein. Der User merkt, dass sich die Laufzeit des Akkus deutlich vermindert oder gar keine Energie mehr aufgeladen wird. Auch die Hörmuschel kann defekt sein. Wenn das Gespräch abbricht, kann dies auch am Anbieter liegen. Wenn es jedoch ständig knistert in der Leitung oder aus allen Netzen kein Wort zu verstehen ist, sollte man eingreifen.
Sehr häufig ist auch der Kontakt mit Flüssigkeit ein Grund für die Reparatur. Hierbei ist es egal, ob das Gerät in eine Pfütze fällt oder ob ein Getränk darüber verschüttet wird. Dabei sollte man unbedingt sofort das Device in ein Handtuch wickeln und es ausschalten. Es ist nicht hilfreich, das Smartphone in so einem Fall auf die Heizung zu legen. Weitere Tipps bei Schäden durch Flüssigkeit bietet der Sat1-Ratgeber zum Thema (Videoclip).
Auch bei zu langer Sonneneinstrahlung kann ein mobiles Endgerät Schaden nehmen, insbesondere die Akkus können sich aufblähen oder sogar Feuer fangen. In jedem Falle kann dann ein Platinenschaden entstehen, der schwerwiegende Folgen hat. Es ist daher auch sinnvoll, vorbeugend Schutzfolien, Flip-Cases oder andere Handytaschen zu verwenden.

