Gerade in Zeiten der globalisierten Wirtschaft ist es unheimlich wichtig, sich in vielen verschiedenen Sprachen zu Hause zu fühlen. Doch auch wer sich sicher in vielen Sprachen bewegt, kommt hin und wieder mal an den Punkt, wo er einzelne Formulierungen oder Absätze nachschlägt. Hier bietet sich zumindest auf den ersten Blick das Übersetzungstool von Google an. Die Frage, wie gut Google Translate arbeitet, hängt immer davon ab, was genau der User gerade benötigt und auch, welche Sprache jemand benötigt. In manchen Bereichen wie zum Beispiel beim Schach spielen ist es inzwischen zwar so, dass die Maschine den besten Menschen ebenbürtig oder sogar überlegen ist, doch das Übersetzen von Texten ist eine komplexe Angelegenheit, die für ein Programm wie Google Translate nicht gerade leicht zu bewältigen ist.
Die Vor- und Nachteile des Tools im Überblick:
Argumente für die Nutzung des Tools:
- Der Preis
Das Tool ist kostenlos und somit natürlich günstiger als ein Dolmetscher. Wenn jemand gut Englisch spricht und einfach nur eine bestimmte Stelle seiner eigenen Übersetzung überprüfen will, kann es durchaus Sinn machen, auf das kostenlose Angebot von Google zurückzugreifen.
- Google Translate ist schnell zur Hand
Das Tool steht permanent zur Verfügung und kann daher auch ständig genutzt werden. Egal, ob jemand vor dem Rechner setzt oder unterwegs ist. Bei kleinen sprachlichen Unsicherheiten ist Google Translate eine naheliegende Wahl.
- Als Wörterbuch nutzbar
Auch wenn der Anspruch ein anderer ist, aber was ohne Probleme möglich ist, ist, dass einzelne Wörter übersetzt werden. Wer gerade kein Wörterbuch zur Hand hat und wem ein oder zwei Wörter gerade nicht einfallen, kann Google Translate nutzen wie ein Wörterbuch. So lange keine Grammatik im Spiel ist, ist die Übersetzung meistens passend.
Argumente gegen die Nutzung von Google Translate:
- Der Mensch ist immer besser als eine Maschine
Gegen einen sehr guten Übersetzer ist jedes Übersetzungstool völlig chancenlos. Wer hat nicht schon Formulierungen gehört wie, dass es für manches in einer bestimmten Sprache kein entsprechendes Wort gibt. Wer beispielsweise an Redewendungen oder Sprichwörter denkt und diese bei einem Online-Übersetzungstool eingibt, stößt schnell an die Grenzen eines solchen Programms. Einen umfangreichen Test zu diesem Thema hat das Übersetzungsbüro Easytrans24.com vorgenommen. Im Zuge dessen wurden maschinelle Übersetzungen mit denen von Menschenhand verglichen. Wie dem Blog zu entnehmen ist, sind dabei zum Teil echte Stilblüten herausgekommen, die grammatikalisch zum Teil ein kaum zu lesendes Kauderwelsch darstellen.
- Auch einfache Texte oftmals schwierig
Um sehr einfache Texte, wie beispielsweise ein kurzes Schreiben an einen englischsprachigen Geschäftspartner zu verfassen, ist der Übersetzer von Google zwar geeignet, aber auch hier lassen sich immer wieder Fehler oder Ungenauigkeiten feststellen.
- Problem mit der Groß- und Kleinschreibung
Da manche Sprachen, wie z.B. das Englische, keine Groß- und Kleinschreibung kennen, führt dies zu Schwierigkeiten bei der Übersetzung durch die Maschine laut einem Artikel der Süddeutschen. Vor allem dann, wenn von einer Sprache mit Groß- und Kleinschreibung in eine Sprache übersetzt wird, die darauf weitgehend verzichtet oder umgekehrt.
- Für Geschäftskontakte völlig ungeeignet
Fachtexte lassen sich mit Übersetzungstools nicht übersetzen, schon gar nicht, wenn es sich dabei um rechtlich bindende Vertragswerke handelt. Die Gefahr, dass hierbei Fehler auftreten, ist einfach zu groß. Selbst wenn jemand über grobe Kenntnisse in der zu übersetzenden Sprache verfügt, ist nicht ausgeschlossen, dass er die eine oder andere Ungenauigkeit in der Übersetzung übersieht und es zu schwerwiegenden Fehlern kommt.
- Übersetzungen sind mittels eines Algorithmus nicht möglich
So etwas wie ein Gefühl für Sprache wird keine Maschine jemals haben. Dies ist allerdings unabdingbar, um gute Übersetzungen abzuliefern. Selbst jemand, der zweisprachig aufwächst, aber dessen Ausdruck eher durchschnittlich ist, ist nicht zwingend ein guter Übersetzer, weil gerade die Übersetzung von Fachtexten sehr hohe Anforderungen stellen, denen nur Experten gewachsen sind.
Fazit: Auch wenn das Internet das Leben vielfach vereinfacht hat, gibt es weiterhin Dinge, die eine Software nicht lösen kann. Hierzu zählt ohne Zweifel die Übersetzung von komplexen Texten. Hier reicht es schon aus, einen Blick auf das Deutsche und das Englische zu werfen. Im Englischen reichen oft nur sehr wenige Worte aus um etwas auszudrücken, wofür im Deutschen viel mehr Wörter benötigt werden. Übersetzungstools wie das von Google oder Bing sind hiermit ziemlich überfordert. Wobei ein Programm wie Google Translate allerdings helfen kann, ist, wenn einzelne Wörter übersetzt werden sollen. Um Fachtexte zu übersetzen, wird jeder, der seriös arbeitet, auch in Zukunft auf die Dienste von Übersetzungsbüros zurückgreifen, denn nur sie garantieren eine einwandfreie und rechtssichere Übersetzung. Wer komplizierte Texte von Google Translate übersetzen lässt, wird im Zweifelsfall eher ein paar amüsante Minuten mit seltsamen Sprachschöpfungen erleben, statt wirkliche Hilfe zu bekommen. Tools wie Google Translate eignen sich allenfalls zur Übersetzung von Kleinigkeiten wie beispielsweise einzelnen Wörtern. Sprachen sind einfach zu verschieden, als dass Computer sie komplett beherrschen könnten
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