Der Urlaub in einer Ferienwohnung liegt stark im Trend. Sie bleiben unabhängig, können kommen und gehen, wann Sie möchten und sparen durch die Selbstversorgung im Vergleich zum Hotelaufenthalt bares Geld. Doch auch Ferienwohnungen haben natürlich ihren Preis. Seit einigen Jahren bildet sich deshalb ein interessanter Zweitmarkt, auf dem Ferienwohnungen, Appartements und Zimmer direkt von privat zu privat vermittelt werden. Die drei wichtigsten Konkurrenten heißen Airbnb, 9flats und Wimdu.
Die Entwicklung der privaten Zimmervermietung
Als Weiterentwicklung des sogenannten Couchsurfings startete das US-Unternehmen Airbnb im August 2008. Dank einer Seed-Finanzierung und mehrerer Finanzierungsrunden konnte das Unternehmen ein schnelles Wachstum realisieren und sich über die gesamte Welt verbreiten. Heute ist das Original in über 34.000 Städten in 190 Ländern weltweit vertreten und konnte bereits 17 Mio. Gäste vermitteln.
Im November 2010 zog der Anbieter 9flats nach und begann mit der Eroberung des deutschen Marktes. Immerhin mehr als 128.000 Unterkünfte auf der ganzen Welt hat 9flats zu bieten. Der Airbnb-Klon Wimdu, der im April 2011 an den Start ging, konnte schnell aufholen. Mit über 300.000 Unterkünften ist Wimdu an 9flats bereits vor einiger Zeit vorbeigezogen.
Obwohl das Konzept hochgelobt wird, gab es in der Vergangenheit auch das eine oder andere an Negativschlagzeilen zu lesen. Massenentlassungen bei Wimdu und 9flats nach einem sehr schnellen Personalaufbau sorgten ebenso für schlechte Stimmung wie Nachrichten über zerstörte Wohnungen privater Vermieter. Seitdem ist allerdings einiges passiert.
Wie die private Zimmervermittlung funktioniert
Der Ablauf der privaten Zimmervermittlung ist bei allen drei Anbietern mehr oder weniger identisch. Jeder Nutzer kann verfügbaren Wohnraum, den er temporär, also beispielsweise an Urlauber oder Geschäftsreisende, vermieten möchte, bei Airbnb, 9flats und Wimdu einstellen. Er beschreibt es möglichst genau und gibt einen Preis an.
Interessierte, die auf der Suche nach einer günstigen Unterkunft sind, können das Angebot am gewünschten Zielort durchsuchen. Was die Sache besonders aufregend gestaltet, ist die Auswahl an außergewöhnlichen Unterkünften. Neben einer normalen Ferienwohnung, einem Zimmer oder einem Ferienhaus können nämlich an vielen Orten beispielsweise auch ganz besondere Unterkünfte gebucht werden, zum Beispiel:
- Almhütten
- Hausboote
- Höhlen
- Blockhütten
- Inseln
- Zelte
- Villen
- Schlösser
- Wohnwägen
Ist ein passendes Objekt gefunden, kann es je nach Vermieter entweder direkt über die Website gebucht werden oder es muss eine Vorabanfrage versandt werden, die der Vermieter dann zusätzlich bestätigen muss. In jedem Fall werden sowohl die Kontaktdaten über den Vermittler ausgetauscht als auch die Zahlung automatisiert geregelt. Ist der Zeitpunkt der Reise gekommen, trifft man sich vor Ort und erledigt die Schlüssel- und Wohnungsübergabe. Die Endreinigung der Unterkunft übernimmt im Regelfall der Vermieter – den Aufpreis dafür bestimmt er selbst.
Sicherheit für Mieter und Vermieter
Die Sicherheit ist beim Mieten von Ferienwohnungen natürlich ein großes Thema. Ist kein Reiseanbieter mit im Spiel, den man im Falle von Problemen einbeziehen kann, müssen andere Sicherheitsmechanismen Vertrauen schaffen. Über dieses Thema haben sich offenbar alle drei Anbieter ihre Gedanken gemacht:
| Vermittler | Versicherung | Sicherheit |
| Airbnb | kostenlose Airbnb Gastgeber-Garantie bis zu 700.000 Euro Schadenshöhe | Verifizierung von Gästen und Vermietern durch Scan des Ausweises, persönliche Informationen oder die Verbindung zu sozialen Netzwerken, sichere Online-Zahlungsabwicklung. |
| Wimdu | kostenlose Versicherung gegen Schäden für bis zu 500.000 Euro Versicherungssumme, z. B. Mietsachschäden, Brandschäden | Prüfung aller Unterkünfte durch das Service-Team, sichere Online-Zahlungsabwicklung. |
| 9flats | kostenlose 9flats Versicherung gegen Mietsachschäden, Partner der Zurich Versicherung, weltweit gültig, Versicherungssumme bis zu 500.000 Euro, Selbstbeteiligung 250 Euro | sichere Online-Zahlungsabwicklung (Vorkasse). |
Alle drei Anbieter haben Bewertungssysteme geschaffen, teilweise sogar mit Verifizierung, sodass Sie sich über die angebotenen Unterkünfte ein gutes Bild verschaffen können. Wird ein Vermieter als unzuverlässig, unfreundlich oder nicht präsent beschrieben oder stimmt der tatsächliche Zustand der Wohnung nicht mit den Angaben des Vermieters überein, werden Sie dies in den Bewertungen feststellen können.
Die Gebühren: Vermieter, Mieter oder beide?
In Hinblick auf die Gebühren lohnt es sich, etwas genauer hinzusehen. Hier gibt es nämlich bei den drei Vorreitern der Branche durchaus Unterschiede, insbesondere was die Verteilung zwischen Mieter und Vermieter angeht:
| Vermittler | Gebühren für Gäste | Gebühren für Gastgeber |
| Airbnb | 6 bis 12 Prozent, sinkt mit steigender Buchungssumme | 3 Prozent |
| 9flats | — | 12 bis 15 Prozent |
| Wimdu | bis zu 12 Prozent | 3 Prozent |
Vor- und Nachteile der privaten Zimmervermittlung für Gäste
Der größte Vorteil für die Gäste liegt auf der Hand: Sie bezahlen häufig deutlich weniger als für vergleichbare gewerbliche Ferienwohnungen oder für Hotelzimmer. Auch die einfache und unkomplizierte Buchung sowie die automatisierte Online-Abwicklung sprechen für die privaten Vermittlungsplattformen. Für viele ist der Couchsurfing-Gedanke ein wichtiger Aspekt: Sie können neue Leute kennenlernen und viele Städte besuchen, ohne jedoch an Privatsphäre einbüßen zu müssen – beim Couchsurfing nächtigt man ja oft tatsächlich nur auf der Couch eines völlig Fremden. Zudem dürfen sie sich darauf verlassen, eine gepflegte Wohnung zu bekommen, da sie dafür ja auch eine Gegenleistung entrichten.
Allerdings ist mit einer Buchung natürlich auch ein gewisses Risiko verbunden. Auch wenn Airbnb, Wimdu und 9flats gewisse Kontrollmechanismen eingerichtet haben, kann nicht sichergestellt werden, dass die Beschreibung des Objekts tatsächlich der Wahrheit entspricht. Zudem fürchten die Nutzer unter anderem, dass es Probleme mit der Sauberkeit der Wohnung geben oder der Gastgeber zu aufdringlich sein könnte.
Vor- und Nachteile für die Gastgeber
Für die Gastgeber bietet sich eine ganze Reihe an Vorteilen:
- Sie verdienen Geld durch die (Unter-)Vermietung.
- Ihr Angebot erhält durch die große Reichweite der Vermittler mehr Aufmerksamkeit und damit oft auch mehr Buchungen.
- Die Bedingungen und Preise kann der Gastgeber selbst festlegen.
- Die persönlichen Daten sind sicher – nur tatsächliche Buchungen erhalten den vollständigen Namen und die Kontaktdaten.
- Jeder hat die Freiheit, zu einer Buchung „Nein“ zu sagen, wenn ihm die Reisenden nicht sympathisch sind.
- Mietsachschäden sind in großer Höhe ohne Zusatzkosten versichert.
Als problematisch ist vor allem das Risiko von Beschädigungen zu sehen. Selbst wenn die Versicherung der Vermittlungsplattform im Fall der Fälle greift – Scherereien gibt es dennoch, denn die Versicherung zahlt natürlich nicht ohne Weiteres, sondern erwartet eine genaue Schilderung des Problems und passende Rechnungen. Als Gastgeber können Sie im Vorhinein gewöhnlich nicht erkennen, ob Gäste seriös sind oder nicht. Wenn Sie nur ein einzelnes Zimmer Ihrer Wohnung temporär untervermieten, müssen Sie außerdem damit umgehen können, völlig fremde Menschen in Ihre eigene Wohnung zu lassen und mit diesen unter Umständen sogar Bad und/oder Küche teilen zu müssen.
Problematisch kann die private Zimmervermittlung auch werden, wenn Sie Ihren rechtlichen Pflichten nicht nachkommen. Die von den Gästen bezahlten Beträge sind Einkünfte aus Vermietung und sind in der Steuererklärung anzugeben. Sollten außerdem regelmäßig Vermietungen zustande kommen, kann daraus eine gewerbliche Vermietertätigkeit mit den entsprechenden Rechtsfolgen (z. B. Pflicht zur Gewerbeanmeldung, Umsatzsteuerpflicht) entstehen. Was viele Gastgeber, die zur Miete wohnen, nicht berücksichtigen: Möchten sie ihre Wohnung weitervermieten, muss die Untervermietung im Mietvertrag erlaubt sein bzw. die Zustimmung des Vermieters vorliegen. Andernfalls hat dieser unter Umständen sogar ein Recht zur Kündigung.
Airbnb Alternativen gibt es hier
Private Vermittlungsplattformen bei Erfahrungen.com

