Der Messenger-Dienst WhatsApp hat inzwischen einiges an wirkungsvoller Konkurrenz bekommen. Neben dem Facebook Messenger und Threema sorgt seit etwa anderthalb Jahren auch der noch junge Dienst Telegram für Furore. Warum er die beste Alternative zu WhatsApp & Co. ist, zeigen wir in diesem Artikel. Doch zuerst sehen wir uns an, was Telegram genau kann.
Telegram im Überblick: Die wichtigsten Funktionen
Telegram bietet die üblichen Funktionen, die man von einem Messenger-Dienst erwarten darf. Die Telegram-Nutzer im eigenen Telefonbuch werden automatisch erkannt und angezeigt. Über die Software können neben Textnachrichten auch Fotos, Videos und Dateien an andere User verschickt werden. Die Nutzer können Gruppen mit bis zu 200 Mitgliedern anlegen. Mit Verteilerlisten verschicken sie einheitliche Nachrichten an bis zu 100 Empfänger, ohne dass diese jeweils voneinander wissen.
Auf den ersten Blick ähneln diese Funktionen WhatsApp & Co. Tatsächlich hat die Software allerdings eine Reihe an Vorteilen, durch die sie den Konkurrenten mehr als nur eine Nasenspitze voraus ist.
Vorteil 1: Keine Kosten
Die meisten am Markt verfügbaren Messenger-Dienste kosten Geld. Threema schlägt einmalig mit 1,60 bzw. 1,79 Euro zu Buche. WhatsApp kostet nach dem ersten Gratisjahr 0,89 Euro jährlich. Nicht so jedoch Telegram: Als nicht-kommerzielles Projekt ist die App bereits jetzt kostenfrei verfügbar und soll es nach Aussage der Entwickler auch bleiben.
Vorteil 2: Keine Werbung
Um nicht irgendwann in die Verlegenheit zu kommen, den Umsatz für die Aktionäre oder Investoren maximieren zu müssen, wird Telegram als Open-Source-Lösung bereitgestellt. Es wird keine Werbung geben. Ebenso wenig können Dritte in das Projekt investieren, was eine einseitige Abhängigkeit von einem Sponsor verhindert. Finanziert wird das Projekt durch eine Spende aus dem Digital Fortress Fond von Pavel Durov, der einer der zwei ursprünglichen Entwickler ist.
Vorteil 3: Verfügbarkeit für verschiedene Plattformen
Viele Nutzer vermissen bei WhatsApp & Co. schmerzlich die Funktion, mit Nutzern zu kommunizieren, die ihr Smartphone gerade nicht zur Hand haben und beispielsweise am Rechner sitzen. Dieses Problem wird bei Telegram durch den offenen Softwarekern gelöst. Nach und nach erscheinen neue Versionen für unterschiedlichste Endgeräte. Derzeit bereits verfügbar sind Versionen für:
- iPhone (ab iOs 6) – auch für iPad verwendbar
- Android (ab Version 2.2)
- Windows Phone (Beta-Version, ab Version 7.5)
- Desktop Apps für PC, Mac, Linux und Mac Os
- Zugang via Webbrowser
- App für den Webbrower Chrome
Zudem gibt es eine Vielzahl inoffizieller Apps von Drittanbietern, die sich hierzu am offenen Quellcode von Telegram bedient haben.
Vorteil 4: Cloudbasierte Lösung für mehr Flexibilität
Die zuvor bereits genannten Plattformen, auf denen Telegram verfügbar ist, können die User parallel nutzen. Hierzu werden ihre Unterhaltungen auf den Servern von Telegram zwischengespeichert und können so auf dem Smartphone, auf dem Tablet und auf dem Computer gleichermaßen angezeigt und weitergeführt werden. Unterhalten sie sich allerdings einmal über Informationen, die nicht gespeichert werden sollen, können die Nutzer geheime Chats verwenden. Hier erfolgt keine Speicherung der Nachrichten und zusätzlich können sie sogar den Selbstzerstörungsmodus aktivieren, der die Nachrichten innerhalb einer beliebig zu wählenden Zeitspanne ab dem Öffnen der Nachricht beim Empfänger auf beiden Seiten löscht. Die Nutzung der Cloud ist dann allerdings nicht möglich.
Übrigens hat die Cloud bei einem Diebstahl des Smartphones einen weiteren großen Vorteil: Der Nutzer kann sich bei der Angst vor einem Datenklau einfach auf einem anderen Rechner in sein Konto einloggen und entweder Nachrichtenverläufe, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, löschen oder sogar bei Bedarf gleich das gesamte Konto mit sofortiger Wirkung löschen lassen. Zur Sicherheit der User hat Telegram außerdem seit Kurzem eine Funktion, die die Daten der Nutzer nach sechsmonatiger Inaktivität automatisch löscht. Dies ist besonders dann wichtig, wenn ein User eine neue Rufnummer und ein neues Handy erhält, dabei aber vergisst, sein Konto auf die neue Nummer umzumelden oder es zu löschen. Würde nämlich die alte Rufnummer neu vergeben, könnte der neue Inhaber sonst auf die Daten zugreifen.
Vorteil 5: Hochwertige Verschlüsselung
Ähnlich wie Threema basiert Telegram auf einer hochwertigen End-to-End-Verschlüsselung. Dabei gibt es aus Gründen der Geschwindigkeit zweierlei Chats. Beim normalen Chat wird eine Client-Server-Client-Verschlüsselung hergestellt. Dieses Verfahren ist bereits sehr sicher und zugleich schnell.
Für die uneingeschränkte Sicherheit dienen die geheimen Chats, an denen der Server nicht beteiligt ist. Die Chats werden direkt zwischen den zwei Gesprächspartnern verschlüsselt, sodass nicht einmal die Entwickler von Telegram die Nachrichten entschlüsseln könnten, da sie den dafür nötigen Schlüssel nicht besitzen. Da die Nachrichten hierbei nicht auf den Servern zwischengespeichert werden, sind solche Chats allerdings nur auf jenen Geräten verfügbar, auf denen sie gestartet wurden.
Die Verschlüsselungsverfahren von Telegram sind dank einer 256 Bit symmetrischen AES Verschlüsselung, einer RSA 2048 Verschlüsselung und dem Diffie-Hellman Schlüsselaustauschverfahren sehr sicher.
Vorteil 6: Mehr Sicherheit durch Open Source
Die Entwickler haben bereits große Teile des Quelltextes offen gelegt. So können auch unabhängige Außenstehende jederzeit nachprüfen, wie es um die Sicherheit des Systems bestellt ist. Die Transparenz ist bei Telegram deshalb deutlich besser gewährleistet als bei vielen Konkurrenzprodukten.
Ein kleiner Wermutstropfen
Ein kleiner Wermutstropfen ist derzeit leider noch die Verbreitung. Registriert man sich heute bei WhatsApp, kann man davon ausgehen, einen Großteil seiner Kontakte dort bereits vorzufinden. Bei Telegram ist dies nicht der Fall. Allerdings ist spätestens seit der Übernahme von WhatsApp durch Facebook auch bei Telegram der Knoten geplatzt und die Nutzer werden täglich mehr. Wie die Entwickler erst vor wenigen Tagen berichtete, hat Telegram mittlerweile die Grenze von 50 Mio. aktiven Nutzern überschritten. Zum Vergleich: WhatsApp verzeichnet rund 300 Mio. aktive Nutzer.
Tipp: Schicke einfach einen Link zu diesem Artikel an deine wichtigsten WhatsApp Kontakte um sie von Telegram zu überzeugen.
Telegram hat sich auf jeden Fall innerhalb kürzester Zeit zu einer festen Größe am Markt entwickelt und hat durchaus das Potenzial, früher oder später die Marktführerschaft zu übernehmen. Die Vorteile sprechen bereits heute für sich. Weitere WhatsApp Alternativen hält Erfahrungen.com für die Leser bereit. Weitere Informationen zu Telegram gibt es hier.
Den Telegram Messenger kann man hier herunterladen.

