Die Ökostromumlage wird im Jahr 2015 zum ersten Mal überhaupt gesenkt. Da ist eine gute Nachricht für die Verbraucher, denn jeder Stromkunde bezahlt die Ökostromumlage, die sich aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ergibt. Mit dieser besonderen Abgabe soll der Ausbau erneuerbarer Energien gefördert werden. Die zusätzliche Belastung hat aber auch einen wirtschaftlichen Effekt, nicht nur für Privatkunden, sondern auch für Unternehmer. Deswegen ist es eine gute Nachricht, dass angesichts der großen Fortschritte beim Ausbau der erneuerbaren Energien eine Senkung der Zusatzbelastung stattfinden wird. Allerdings sollten sich die Stromkunden keine allzu großen Hoffnungen machen, dass die Verkleinerung der Ökostromumlage zu einem spürbaren Effekt führen wird.
Kein großer Sprung: 0,07 Cent pro Kilowattstunde weniger
Aktuell beträgt die Ökostromumlage 6,24 Cent pro Kilowattstunde. Im nächsten Jahr werden die Kosten auf 6,17 Cent gesenkt. Die Entlastung von 0,07 Cent ist nicht gerade riesig, aber dennoch könnte von dieser Absenkung eine deutliche Wirkung ausgehen. Bisher argumentierten die Energiekonzerne stets mit steigenden Kosten, nicht zuletzt für die Energiewende. Wenn aber nun ein wichtiger Kostenfaktor beim Strom gesenkt wird, ist diese Argumentation zumindest weniger stichhaltig. Auch wenn sich rein rechnerisch nur eine kleine Ersparnis für normale Haushalte aus der kleineren Ökostromumlage ergibt, können die Stromanbieter zumindest nicht mehr mit steigenden Kosten an dieser Stelle argumentieren. Aber es gibt noch andere gute Gründe, warum die Strompreise sinken sollten.
Sinkende Einkaufspreise werden nur unzureichend an Verbraucher weitergegen
Strom wird über spezielle Strombörsen gehandelt. Die Stromanbieter kaufen den Strom ein und geben ihn an die Verbraucher weiter. Allerdings ist der Börsenpreis für Strom in den letzten Jahren mehr oder weniger stetig gesunken, während die Verbraucher mit steigenden Strompreisen leben mussten. Aus Sicht vieler Experten ist das nicht zu rechtfertigen, denn von sinkenden Einkaufspreisen sollte auch der Verbraucher profitieren. Dass dies nicht der Fall ist, hat verschiedene Gründe. Es wäre aber zu einfach, den Stromanbietern die alleinige Schuld für die hohen Strompreise zu geben.
Liberalisierter Strommarkt, aber doch kein echter Wettbewerb
Als vor vielen Jahren der Strommarkt liberalisiert wurde, war damit vor allem die Hoffnung verbunden, dass die Preise sinken würden. Wenn es viele verschiedene Wettbewerber gibt, sollte sich der Anbieter mit dem günstigsten Preis durchsetzen. Allerdings hakt die Liberalisierung an vielen Stellen, so dass der Wettbewerb nicht wirklich frei ist. Die Dominanz der großen Energiekonzerne ist kaum gebrochen worden durch die Liberalisierung und viele Experten kritisieren, dass die Preisbildung auf dem Endkunden-Strommarkt nicht optimal funktioniert. Andernfalls müssten sinkende Kosten immer zu niedrigen Strompreisen für die Verbraucher führen. Das ist aber nachweislich nicht der Fall.
Der Verbraucher ist nicht unschuldig – Die Trägheit der Stromkunden
Zur Wahrheit gehört auch, dass der Wettbewerb auf dem Strommarkt viel besser funktionieren würde, wenn die Stromkunden flexibler wären. Wenn nach wie vor die Großzahl der Stromkunden Preiserhöhungen einfach hinnimmt, anstatt den Anbieter zu wechseln, gibt es kaum Anreize für die Stromanbieter ihre Politik zu ändern. Auf einem ideal funktionierenden Markt würden die Kunden immer zu dem Anbieter wandern, der aktuell das beste Angebot hat. Auf dem Strommarkt wird die Qualität fast ausschließlich durch den Preis bestimmt, auch wenn andere Faktoren wie Kundenservice und Zuverlässigkeit nicht völlig außer Acht gelassen werden sollten.
Warum jeder Verbraucher regelmäßig Strompreise vergleichen sollte
Ein ganz simpler Grund für einen regelmäßigen Preisvergleich liegt auf der Hand: Die Preise ändern sich, es gibt viele Anbieter und was heute günstig ist, kann morgen teuer sein. Wer nie vergleicht, läuft deswegen Gefahr, dauerhaft zu viel Geld für Strom zu bezahlen. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass sich der Strom-Preisvergleich für alle Verbraucher lohnt. Wie hoch die Ersparnis ist, hängt vom Verbrauch ab, aber auch Singles mit kleinen Wohnungen können auf das ganze Jahr gesehen einen ordentlichen Betrag einsparen. Doch das ist nur der offensichtlichste Grund, warum Verbraucher die Strompreise vergleichen sollten. Es gibt aber noch einen anderen Aspekt, der oft übersehen wird.
Preisvergleich führt insgesamt zu niedrigeren Strompreisen
Wenn viele Kunden die Strompreise vergleichen, profitieren die günstigen Anbieter. Das ist ein einfaches marktwirtschaftliches Prinzip, das jedoch in der Praxis viel zu wenig angewendet wird. Die meisten Kunden bleiben ihrem Versorger ewig treu, obwohl es vielleicht andere Anbieter gibt, die deutlich günstigere Konditionen anbieten. Es liegt also nicht alleine am Markt und den großen Energiekonzernen, dass die Strompreise so hoch sind. Wenn es mehr Verbraucher gäbe, die Druck ausüben und gezielt zu günstigen Anbietern wechseln würden, müssten sich die teuren Anbieter viel stärker anpassen. Die Verbraucher haben eine große Macht, die sie allerdings auch nutzen müssen.
Die Auswahl eines guten Stromanbieters mit Erfahrungen.com
Sie sollten vor einem Wechsel zu einem neuen Stromanbieter prüfen, welche Erfahrungen anderen Kunden mit diesem Anbieter gemacht haben. Wenn Sie z.B. einen sehr günstigen Anbieter gefunden haben, aber viele negative Erfahrungsberichte vorhanden sind, sollten Sie skeptisch sein. Manchmal ist es sinnvoll, den Anbieter mit dem zweitbesten oder drittbesten Angebot zu nehmen, wenn das Gesamtpaket deutlich besser ist. Auf Erfahrungen.com finden Sie zudem zahlreiche aktuelle Testberichte zu Stromanbietern, in denen die Stärken und Schwächen der Unternehmen detailliert untersucht werden.
Nicht nur vergleichen – Den Stromanbieter wechseln
Der tollste Strompreisrechner nutzt Ihnen nicht viel, wenn Sie am Ende nicht auch den Stromanbieter wechseln. Glücklicherweise ist der Stromanbieter-Wechsel sehr einfach. Alle Anbieter haben die nötigen Formulare auf ihren Webseiten. Mehr als ein paar Minuten Zeit müssen Sie nicht investieren, um zu einem neuen Anbieter zu wechseln. Sie müssen sich auch keine Gedanken machen, dass der Wechsel zu Problemen bei der Versorgungssicherheit führen könnte. Während des Wechsels fließt der Strom wie gewohnt weiter. Sie bekommen nur von einem anderen Anbieter Rechnungen. In kaum einem anderen Bereich ist so einfach, Geld zu sparen. Sie müssen nur wollen!
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