Wenn Eltern ihrem Kind etwas Gutes tun wollen, dann erziehen sie es behutsam und ernsthaft zur Selbstständigkeit in den Dingen des alltäglichen Lebens. Es ist für Säuglinge und Kleinkinder wichtig, sich die später selbstverständlich scheinenden Fähigkeiten so bald als möglich anzueignen. Etwas, worüber wir Erwachsenen höchstens noch bei Verletzungen nachdenken, ist das Laufen. Ein Patentrezept gibt es für die Aneignung des menschlichen Gangs nicht, vielmehr sollten verantwortungsvolle Erziehungsberechtigte auf einige Faktoren achten, um ihren Sprösslingen eine perfekte Entwicklung zu ermöglichen.
Hintergrund
Aller Anfang ist schwer, so lautet auch das Motto, wenn die Kleinsten unter den Erdenbürgern laufen lernen. Dennoch ist der Instinkt, auf beiden Beinen zu gehen, uns Menschen angeboren. Das kann früher oder später sein, schneller oder langsamer gehen – die Eltern sollten nicht zu beunruhigt sein, wenn die ersten Schritte ihres Nachwuchses unrund wirken.
Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wird die Fettschicht, die die Füße umgibt, abgebaut. Das filigrane, aus 28 kleinen Knochen aufgebaute Skelett der Säuglingsfüße wird ab der Geburt zunächst dadurch geschützt. Selbstredend sind die ersten Schritte des jungen Erdenbürgers wackelig. Dies kann eine ganze Weile so bleiben.
Die Kleinkinder laufen mit O- oder X-Beinen herum. Häufig haben sie Plattfüße oder Knicksenkfüße. Doch all diese Unregelmäßigkeiten verlaufen sich im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Schuleintritt. Entscheidend ist vielmehr, dass die Kinder eine möglichst lange Zeit barfuß herumlaufen. Während der Evolution waren unsere Vorfahren für hunderttausende von Jahren ohne jedes Schuhwerk unterwegs. Dies ist aus medizinischer Sicht äußerst wichtig, um eine ausreichende Koordination, Gleichgewichtssinn und Balance sowie die notwendigen Bewegungsabläufe zu erlernen.
Die Anfänge
Dazu sollte das Kleinkind in der Wohnung und unter Aufsicht der Eltern auch im Freien die ersten Laufversuche wagen. Dabei müssen die Erziehungsberechtigten auf mehrere Dinge achten. Der Untergrund sollte zunächst keine Möglichkeit für Verletzungen bereithalten. In Wohnungen sollten alle spitzen Dinge, jedoch auch alles was umfallen kann (Babys ziehen sich an allem hoch) vom Boden entfernt werden. Auf Wiesen oder in Sandkästen können Kinder barfuß das Laufen erlernen.
Allerdings sollten Eltern soweit möglich darauf achten, dass sich keinerlei Scherben oder stechende Insekten auf dem Untergrund befinden. Kork, PVC-Böden oder Parkett bieten guten Untergrund, um in den eigenen vier Wänden die ersten Schritte zu machen. Wenn Fliesen oder Steinböden zu kalt sind, müssen Eltern auch nicht sofort Schuhe einkaufen. Antirutschsocken oder Mokassins helfen Kindern noch eher, die eingangs erwähnten Fähigkeiten zu entwickeln.
Lernlaufschuhe
Setzt ein Kleinkind einen Fuß vor den anderen und kann frei stehen, ist es Zeit für die Eltern, sich über die Schuhe Gedanken machen. Dabei gibt es auf Babys spezialisierte Ausstatter wie Vertbaudet, die nicht nur spezielle Lauflernboots anbieten, sondern auch Videos im Internet bereithalten, die erläutern, auf was es bei den ersten Schuhen ankommt.
Laut den Angaben von Philippe Pelligand, einem Spezialisten für Kinderfüße, kommt es zunächst auf eine solide Sohle an. Diese sollte innen ein integriertes Fußbett besitzen, was Gleichgewicht und Gang verbessert. Dennoch sollte sie flexibel sein. Dies ist der Fall, wenn man sie mit Daumen und Zeigefinger leicht biegen kann.
Die Fersenpartie ist bei Lauflernschuhen im Idealfall verstärkt. Denn wenn der hintere Fußteil gestützt ist, kann das Kleinkind sein vertikales und dynamisches Gleichgewicht verbessern. Das Obermaterial sollte am besten aus atmungsaktivem, hochwertigen Leder gefertigt sein. Nappaleder oder Rindsleder bietet sich an. Am Ende noch ein wichtiger Hinweis: Kinder wachsen schnell, daher sollten Eltern in regelmäßigen Abständen die Füße messen.
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