Wirtschaftsdetektei – der Schutz vor Wirtschaftsspionage

In einer Wirtschaftsdetektei arbeiten Wirtschaftsdetektive, die für ihre Auftraggeber Informationen sammeln. Im Anschluss werten sie diese aus, um beispielsweise einem Wirtschaftsbetrug auf den Grund zu gehen. Auf wirtschaftliche Delikte spezialisiert, ermitteln sie vordergründig digital. Teilweise vermitteln die Darstellungen aus Film und Fernsehen ein falsches Bild von Detektiven. Bei ihnen handelt es sich nicht um zwielichtige Gestalten, obgleich sie unter Umständen in rechtlichen Grauzonen agieren müssen.

Wirtschaftsdetektei – was ist das?

Die Beantwortung der Frage „Wirtschaftsdetektei – was ist das?“, fällt leicht: Wirtschaftsdetektive befassen sich mit dem Erlangen von Informationen und der Beweisermittlung. Ihre Auftraggeber stammen aus der Wirtschaft und der Industrie. Mithilfe der Detektei versuchen sie, sich vor Wirtschaftskriminalität zu schützen oder ein begangenes Verbrechen aufzuklären.

Beispielsweise beauftragen Unternehmen einen Wirtschaftsdetektiv, um ein Delikt innerhalb der eigenen Firma aufzuklären. Mögliche illegale Handlungen, denen er nachgeht, bestehen in:

  • Korruption,
  • Veruntreuung von Geldern,
  • Arbeitszeitbetrug oder
  • Unterschlagung.

Alternativ geht er einem externen Angriff auf den Betrieb nach. Er ermittelt gegen Produktpiraterie, IT-Angriffe oder Betriebsspionage. Zu den Klienten eines Wirtschaftsdetektivs gehören Firmen aller Größenordnungen. Weitere Kunden der Ermittler sind:

  • öffentliche Betriebe,
  • Bankinstitute,
  • Rechtsanwälte und
  • Konzerne.

Die Arbeit findet in verdeckter Form statt. Die Detektive geben sich nicht als solche zu erkennen. Zu den klassischen Dienstleistungen der Detektei gehören:

  • Aufklärung von Diebstahl und Unterschlagung,
  • Observation von „erkrankten“ Angestellten bei Verdacht auf Lohnfortzahlungsbetrug,
  • Ermittlung von Abrechnungsbetrug (Spesenbetrug) von Mitarbeitern im Außendienst,
  • Bekämpfung von Betriebssabotage,
  • Identifikation von Schwarzarbeit.

Abrechnungsbetrug sorgt in einem Unternehmen für gravierende finanzielle Schäden. Es empfiehlt sich, einem Verdachtsfall schnell und gründlich nachzugehen.

Das Aufklären von Lohnfortzahlungsbetrügereien zählt zum Grundgerüst des Detektivalltags.

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Wirtschaftsdetektive profitieren von einem vielseitigen Aufgabenbereich

Auf wirtschaftliche Delikte fokussierte Detektive übernehmen eine breite Palette an Aufgaben. Sie gehen einem Versicherungsbetrug nach oder behalten die Konkurrenz des Auftraggebers im Auge. Zusammengefasst übernimmt der freie Wirtschaftsdetektiv alle Aufgaben eines Privatdetektivs, jedoch im gewerblichen Umfeld.

Zu den Spezialaufgaben der Detektive gehört der Schutz vor einem Lauschangriff. Dieser bezeichnet eine unrechtmäßige Überwachung des Unternehmens – beispielsweise durch eine Konkurrenzfirma. Abhörprogramme, Telefonwanzen oder Kameras bespitzeln geheime Unternehmensprozesse. Ein ausgebildeter Techniker der Wirtschaftsdetektei stellt diese Angriffe fest und versucht, sie zu unterbinden. Für viele Betriebe stellt der Abhörschutz eine essenzielle Sicherheitsmaßnahme dar.

Zusätzlich kümmern sich Wirtschaftsdetektive um:

  • die Aufdeckung einer unerlaubten Nebenbeschäftigung der Angestellten,
  • der Aufklärung von Anlagebetrügereien,
  • der Identifikation von Markenfälschung oder Plagiaten,
  • das Auffinden von Einschleusungen in das Unternehmen des Auftraggebers,
  • Bonitätsauskünfte,
  • Schriftprüfungen und
  • Headhunting.

Ebenfalls zählt die Bewerberüberprüfung zu seinem Aufgabenfeld. Eine gute Wirtschaftsdetektei beschäftigt Experten in verschiedenen Rechtsbereichen, beispielsweise:

  • Patentrecht,
  • Strafrecht,
  • Arbeitsrecht,
  • Wirtschaftsrecht sowie
  • Wettbewerbsrecht.

Wie unterscheiden sich Privatdetektiv und Wirtschaftsdetektiv?

Obgleich sich die Begriffe unterscheiden, existiert keine klare Trennung zwischen den Berufen Privat- und Wirtschaftsdetektiv. Beide übernehmen teilweise identische Aufgaben. Unterschiede zeigen sich bei den Hintergründen der Aufträge. Privatdetektive observieren für Privatpersonen. Auf diese Weise stellen sie fest, ob ein Mann seine Frau betrügt oder sie finden vermisste Personen.

Wirtschaftsdetektive konzentrieren sich auf Verbrechen und Ungereimtheiten mit wirtschaftlichem Bezug. Sie arbeiten nicht zwingend für Wirtschaftsunternehmen. Teilweise übernehmen sie Aufträge von gemeinnützigen Organisationen oder Vereinen.

Die Vielzahl der Detektive bewegt sich in beiden Einsatzgebieten. Sie bieten ihre Dienste regional oder bundesweit an. Beauftragen Unternehmensvorstände eine Detektei Köln, befindet sich ihr Betrieb nicht zwingend im Umkreis der Stadt. Des Weiteren finden sich Wirtschaftsdetektive, die international auf Spurensuche gehen.

Wirtschaftsermittlungen in der Wirtschaftsdetektei – wie funktionieren sie?

Bei einem konkreten Verdacht ermittelt ein Wirtschaftsdetektiv gegen Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen. Die Wirtschaftsermittlungen der Wirtschaftsdetektei verlaufen zu Beginn ähnlich. Eine seriöse Detektei bietet den Klienten zunächst eine unverbindliche Erstberatung. Im Idealfall geht diese ohne Kosten einher.

Während des Gesprächs verschafft sich der Ermittler einen ersten Eindruck des Sachverhalts. Er erfragt, um welche Delikte es sich handelt und, ob Verdacht gegen Personen oder Personengruppen besteht. Im Anschluss berät er seine potenziellen Kunden über seine Leistungen und Möglichkeiten. Finden diese am Angebot Gefallen, kommt ein Vertrag zustande. Dieser vermerkt die gewünschte Detektivleistung sowie einen Stundensatz.

Seriöse Wirtschaftsdetektive klären die Auftraggeber im Vorfeld über eine mögliche Handelsstrategie auf. Während der Ermittlungen halten sie regelmäßig Rücksprache mit den Klienten. Sie übermitteln ihnen Zwischenergebnisse und neue Entwicklungen in einem Fall. Geraten sie in eine Sackgasse, teilen seriöse Detektive dies den Kunden frühzeitig mit. Das verhindert, dass diese Stundenlöhne zahlen, ohne ein Ergebnis zu erhalten.

Den besten Anbieter finden – über Empfehlungen kein Problem

Bei der Suche nach einem professionellen Wirtschaftsdetektiv gibt es mehrere Faktoren zu beachten. Es spielen wie beim Privatdetektiv Kosten eine wesentliche Rolle. Ob ein Detektiv seine Dienste günstig anbietet, hängt nicht zwingend vom Stundenlohn ab. Die Strategie bei den Ermittlungen und deren Dauer entscheiden über die Höhe der Kosten eines Auftrags.

Um eine seriös arbeitende Detektei zu finden, verlassen sich die Auftraggeber vermehrt auf Empfehlungen. Beispielsweise machen viele Rechtsanwälte Erfahrungen mit Wirtschaftsdetektiven. Sie geben Tipps bei der Suche. Etablierte Detektivberufsverbände – BDD und BID – helfen mit einem Qualitätssicherungsprogramm, den geeigneten Ermittler zu finden. Eine weitere Quelle, um einen Wirtschaftsdetektiv auszuwählen, besteht in einer Unternehmungsberatung. Alternativ wenden sich Kunden an Betriebe für Risiko- und Krisenmanagement.

Sie besitzen geeignete Netzwerke und Erfahrungen mit mehreren Wirtschaftsdetekteien. Der Einkauf des externen Know-hows erweist sich als sinnvoll. Ohne die Empfehlung wissen die Auftraggeber nicht, welcher Dienstleister sich durch Zuverlässigkeit und Professionalität auszeichnet.

INFO: Ein TÜV-Standard verfügt bei einem Wirtschaftsdetektiv über eine geringe Aussagekraft. Obgleich die ZAD-Prüfung ihn als qualifiziert ausweist, gibt sie keine Auskunft über die Qualität der Arbeitsweise oder das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Besteht keine Möglichkeit, eine Empfehlung für die auf Wirtschaftsdelikte spezialisierte Detektei einzuholen, nehmen die Auftraggeber die einzelnen Wirtschaftsdetekteien unter die Lupe. Aus Sicherheitsgründen und zum Informationsschutz empfiehlt es sich, nicht zur Beurteilung des Detektivs erforderliche Detailinformationen zurückzuhalten. Das geschieht, bis die Entscheidung für den Ermittler steht.

Worauf achten Sie bei der Wahl eines Wirtschaftsdetektivs?

Der Begriff „Wirtschaftsdetektiv“ stellt keine offizielle Berufsausbildung und keine geschützte Bezeichnung dar. Demzufolge besteht für die Berufsbezeichnung kein Rechtsschutz. Öffentlich anerkannte Ausbildungsnormierungen gibt es nicht. In Deutschland existiert keine spezielle Zulassungsvoraussetzung, um ein Detektivgewerbe anzumelden. Anders sieht es in Österreich oder der Schweiz aus.

Dennoch nehmen die detektivischen Dienstleistungen eine wichtige Vertrauensstellung ein. Gemäß § 38 GewO zählen sie zum „Vertrauensgewerbe“. Viele Auftraggeber verwundert es, dass ein gewerbetreibender Detektiv keine Qualitätsnachweise wie ein polizeiliches Führungszeugnis braucht. Für die Berufsausübung besteht keine Notwendigkeit einer Auskunft aus dem Gewerbezentralregister. Zu bedenken gilt, dass deutsche Wirtschaftsdetektive keine besonderen Befugnisse oder Sonderrechte genießen. Da sie keine staatliche Lizenz aufweisen, arbeiten sie mit Jedermannsrechten.

INFO: In Österreich fällt das Detektivgewerbe unter die reglementierten Gewerbe. Es erfordert eine Befähigungsprüfung durch die Behörden. Zusätzlich existiert eine gesetzliche Verschwiegenheitspflicht.

Die deutschen Berufsverbände drängen in ihrer Branche auf eine ähnliche Qualitätssicherung. Um nicht an falsche Ermittler zu geraten, empfiehlt sich eine gute Auswahl. Viele deutsche Detektive verfügen über eine Grundausbildung, die 22 Monate andauert. Mit ihrer erfolgreichen Beendigung qualifizieren sie sich zum ZAD-geprüften Detektiv. Erfahrungen im aktiven Dienst sammeln gute Wirtschaftsdetektive in mindestens 500 Einsatzstunden. Diese absolvieren sie im Wirtschaftsbereich und in der Begleitung eines erfahrenen Kollegen.

In Detekteien, die mehrere Ermittler beschäftigen, stellen innerbetriebliche Schulungen keine Seltenheit dar. Bevor sie einen Wirtschaftsdetektiv beauftragen, vergleichen sie mehrere Anbieter. Worauf es zu achten gilt, unterscheidet sich im Hinblick auf die Wünsche und Vorstellungen der Klienten.

Von Vorteil ist, wenn der gewählte Detektiv:

  • betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Kenntnisse,
  • Fremdsprachenkenntnisse (vorrangig in Wirtschaftsenglisch),
  • rhetorische Fähigkeiten sowie
  • eine gute Menschenkenntnis vorzuweisen hat.

Zu den weiteren Eigenschaften der erfolgreichen Wirtschaftsdetektive zählen eine hohe Belastbarkeit und Teamfähigkeit. Die Ausübung des Berufs eines Detektivs erfordert Reisebereitschaft, denn zur Lösung mancher Fälle sind bundesweite oder internationale Ermittlungen notwendig. Gute Detektive arbeiten effektiv und zeiteffizient mit hohen Qualitätsstandards. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Auftraggebern vor Gericht verwertbare Beweise nach internationalen Standards zu liefern.

Diese untermauern in einer Verhandlung den Verdacht gegen die bezichtigte Person oder Gruppe. Oft tritt der Wirtschaftsdetektiv vor Gericht als Zeuge auf. Benötigen Sie die Unterstützung dieser Berufsgruppe, lohnt es sich, einen professionellen Detektiv zu beauftragen. Er kennt sich mit Zeugenaussagen aus und tritt souverän auf.

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Ob sich Auftraggeber für einen allein agierenden Wirtschaftsdetektiv oder eine Detektei entscheiden, hängt von mehreren Aspekten ab. Zunächst spielt der Preis eine Rolle. Wirtschaftsdetekteien verfügen über mehrere Detektive und Spezialisten. Letztere kennen sich mit rechtlichen Belangen oder technischen Besonderheiten aus.

Aufgrund der vielseitigen Dienstleistungen fällt der Stundenlohn im Schnitt höher als bei einem Einmannermittler aus. Beauftragen Sie eine Detektei, profitieren Sie von einem umfangreichen Netzwerk. Dieser Faktor erhöht die Chance einer schnellen Aufklärung.


Redakteur Christian Habeck
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